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Missionsarbeit in Togo

Gepostet am 22. Februar 2017

Die nächste Generation

Immer noch sind uns die Erlebnisse vor Augen, die wir bei unserem letzten Einsatz in Afrika gesehen und miterlebt  haben.
Vor allem hat es uns tief bewegt, dass unsere Mitarbeiter und Verantwortlichen immer mehr in eine geistliche Reife und Mündigkeit kommen. Das erlebten wir vor Ort bei der Missionsarbeit in den einzelnen Missionsstationen in Ghana, Togo und Burkina.

Da ist zum Beispiel Pastor Francis, der in einem gefühlten Nirgendwo in Kambatiak/Ghana an der Grenze zu Togo sehr erfolgreich Gemeinde baut. Freudig wurden wir dort unter einem Baum empfangen, weil das Kirchengebäude, trotz harter Arbeit, noch nicht fertig ist.
„Wir müssen die Materialien, vor allem das Holz, aus über 200 km Entfernung heranschaffen, was nur in Etappen geht. Da die Straßen sehr schlecht sind, kann es, wie beim letzten Transport geschehen, zu Schäden an den sowieso alten Fahrzeugen kommen so dass wir mehrere Tage warten müssen, bis der LKW wieder repariert ist“, erläutert uns Pastor Francis. Doch trotz diesen Unzulänglichkeiten wächst die Gemeinde schon im Zuge der Bauarbeiten.

Wir verabschiedeten uns von Pastor Francis und seiner Familie, nicht wissend, dass wir einige Tage später wieder ganz in der Nähe, auf togolesischer Seite, sein sollten. Während es für die Einheimischen kein Problem ist, die Grenze nach Togo zu überschreiten, heißt es für uns einen Grenzübergang zu wählen, an dem alle Formalitäten (Visa, Fahrzeugpapiere etc.) erledigt werden können. Dafür sind oft tagelange Umwege auf schlechten, unbefestigten Straßen nötig. In den letzten Lichtstrahlen der Dämmerung huschten wir dann über die Grenze nach Togo und erreichten die nördlichste Stadt Togos – Dapaong – in der Nacht. Dapaong wurde Ende des 19. Jahrhunderts, während der deutschen Kolonialherrschaft, gegründet, was man auch an einigen noch bestehenden Gebäuden sehen kann.

Dort erwartete uns bereits Pastor Kenedi, unser Leiter der Missionsarbeit aus Togo. Mit ihm würden wir die nächsten Tage gemeinsam Gemeinden im nördlichen Togo besuchen. Schmunzelnd drückte er mir einen Zettel in die Hand. Ich öffnete ihn – und darin war das exakte Programm der nächsten fünf Tage aufgelistet. So etwas hatte ich zuvor in Afrika noch nie erlebt.

Zuerst machten wir uns ein Bild von Dapaong, einer quirligen Kleinstadt im Vierländereck, Togo, Ghana, Burkina Faso und Benin. Von hier aus machten wir uns auf den Weg, den in der Umgebung liegenden Gemeinden einen Besuch abzustatten.
Dass diese natürlich nicht an guten Straßen liegen würden, hatten wir uns schon fast gedacht, aber die Pisten waren dann so schlecht, dass es eine Tortur wurde, an die Versammlungsplätze der Gemeinden zu kommen.

Doch einmal dort verwandelten sich die erlebten Strapazen in pure Freude. Mit großer Begeisterung und lauten Gesängen wurden wir von den Christen empfangen. Selbst in der größten Mittagshitze machten sie sich auf den Weg, um mit uns gemeinsam Gottesdienste zu feiern. Abschluss bildete eine Versammlung mit über 100 Menschen unter einem Mangobaum.

Das Schöne daran ist, dass es überwiegend junge und ältere Männer sind, die hier zum Glauben an Jesus gekommen sind. Was wäre wohl hier geschehen, wenn das Engagement unserer Pastoren nicht wäre und diese Menschen nicht das Evangelium hören könnten, wie es in Römer 10,14 von Paulus beschrieben wird: „Wie sollen sie aber hören ohne Prediger?“…

Abends fielen wir dann dankbar von den Eindrücken, aber auch mit der Gewissheit, dass hier erst ein Anfang geschehen ist, in den Schlaf.

Das bestätigte sich am nächsten Tag, als wir mit dem Verantwortlichen für die nördliche Region, Pastor Gabriel, sprachen. Es stellte sich dabei heraus, dass er auch aus der Großfamilie von Pastor Francis aus Ghana kommt, er aber keinen Kontakt oder Telefonnummer von ihm hatte. Zur großen Freude beider rief ich umgehend Pastor Francis an und gab das Telefon an Pastor Gabriel weiter. Überglücklich, sich auf diesem Weg wieder getroffen zu haben, planen sie dieses Jahr eine länderübergreifende Evangelisation Ghana/Togo, um noch mehr Menschen aus dem Volk der Bimoba mit dem Evangelium zu erreichen.

Wenn das nicht Gottes Wirken ist!

Bei unserem Abschied können wir erwartungsvoll in die Zukunft schauen und sehen, wie Menschen in dieser, von Aberglaube und Armut beherrschten Region, von Jesus als ihrem Erlöser erfahren werden.

Sehr dankbar sind wir über Missionsfreunde, die sich von unseren Pastoren haben anstecken lassen und sie mit Gebet und Gaben unterstützen, um sie in diese Region aussenden zu können: „Wie sollen sie aber predigen, wenn sie nicht gesandt werden? Wie denn geschrieben steht: »Wie lieblich sind die Füße der Freudenboten, die das Gute verkündigen!«,“ (Römer 10,15).

Wir freuen uns über diese hoch engagierten und motivierten Pastoren der nächsten Generation.Sie sind es, die in der Missionsarbeit das Evangelium in Afrika verkünden und Menschen zum Glauben an Jesus Christus führen.